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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Offener Brief



Offener Brief an die Aufsichtsräte und Geschäftsführung in Hamburg und Rottendorf/ Würzburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
nach den letzten E-Mails an Herrn Mosa und Herrn Stukenbrok, die bis jetzt unbeantwortet blieben, möchten wir uns nun persönlich an die Aufsichtsräte der EDEKA wenden.

Wir, die Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen Betriebe Borna und Hof, möchten unseren Unmut über die Informationspolitik der Geschäftsleitung sowie den Umgang mit den Mitarbeitern und Interessenvertretungen äußern. Gleichwohl stellen wir eine offensichtliche Gleichgültigkeit der Betriebsleiter gegenüber den vorgebrachten Themen der Arbeitnehmervertreter fest. Eine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist somit nicht gegeben.

Hinzu kommt, dass die von uns beauftragten Sachverständigen und Rechtsanwälte ihre vereinbarten Honorare gar nicht oder nur auf vielfache Mahnung sehr schleppend erhalten, auch darin liegt eine ganz erhebliche Behinderung der Betriebsratsarbeit.

Laut Betriebsverfassungsgesetz hat der Arbeitgeber den Betriebsrat über die Planung von Neubauten, technischen Anlagen, Arbeitsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen rechtzeitig und unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen zu unterrichten, damit der Betriebsrat seine Beratungs- und Mitbestimmungsrechte wahrnehmen kann. Diese Unterrichtung speziell zum Neubau in Berbersdorf erfolgt in keinster Weise zufriedenstellend.

Der Betriebsrat erhält die Informationen so, wie es die Geschäftsleitung will, oft sehr schleppend, mangelhaft und meist gar nicht. Somit ist uns eine Arbeit nach den Erfordernissen des Betriebsverfassungsgesetzes nicht möglich. Gerade in dieser ungewissen zukünftigen Arbeitsplatzsituation, den drohenden Schicksalen und Auswirkungen auf die Familien und Kinder der Mitarbeiter bei Kündigung oder einer Weiterbeschäftigung in Berbersdorf, ist eine kontinuierliche Unterrichtung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen über die Arbeitsplätze im Neubau Berbersdorf zwingend notwendig.

Ein Beispiel dafür ist, dass die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, welche sich für das neue Lager in Berbersdorf bewerben wollen, keine genauen Aussagen über die Lage und Verteilung der zukünftigen Arbeitszeiten erhalten. Somit ist ihnen eine Lebens- und Arbeitsplanung nicht möglich.

Diese Problematik sollte so schnell als möglich durch eine Vereinbarung zwischen der Geschäftsleitung und dem Gesamtbetriebsrat/Betriebsrat geregelt werden. Wir bitten Sie höflichst, hier umgehend tätig zu werden!

Die Betriebsratsgremien stehen im engen Kontakt mit dem Betriebsrat des Betriebes Landsberg/Lech. Dieses Lager ist im Aufbau und den technischen Anlagen, sowie in der Arbeitsplatzgestaltung vergleichbar mit dem Neubau in Berbersdorf.
 
Deshalb wollten wir zur Informationsbeschaffung dieses Lager besichtigen. Dies wurde uns von der Geschäftsleitung N-S-T ohne Nennung von Gründen verweigert. Wir sehen darin eine Behinderung der Betriebsratstätigkeit und fordern Sie hiermit auf, positiv darauf hinzuwirken, dass einer Lagerbesichtigung nichts mehr im Wege steht.

Weiterhin erfolgt in den beiden vergleichbaren Lagerstandorten eine unterschiedliche Entgeltpolitik. Die Stellenausschreibungen für das Lager in Berbersdorf weisen bei einigen Tätigkeiten eine Entgeltgruppe niedriger aus. Dies stellt für uns eine Ungleichbehandlung dar.

Laut unserer Kenntnis sind u.a. in vergleichbaren Betrieben die Anlagenbediener in der Lohngruppe 5 eingestellt. Im Lager Berbersdorf sollen diese aber nur die Lohngruppe 4 erhalten.

Das ist Lohndumping in den neuen Bundesländern!

Mit diesem Schreiben appellieren wir an Ihre gesamtunternehmerische Verantwortung und Ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen der Betriebe Hof und Borna.

Wir fordern Sie auf, uns bei der Beseitigung dieser Missstände zu unterstützen!


Mit freundlichen Grüßen

Die Betriebsräte der EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen

Dienstag, 10. Dezember 2013

Einzelhandel: 5,1 % mehr Geld – Existenzsichernder Schutz der Tarifverträge wieder hergestellt

Tarifkonflikt im bayerischen Einzelhandel beigelegt 


München, 9.12.02013. Nach sieben Monaten im härtesten Tarifkonflikt des bayerischen Einzelhandels konnte ein Tarifabschluss für die Beschäftigten erreicht werden. Der Schutz der existenzsichernden Tarifverträge konnte wieder durchgesetzt werden, die Tarifentgelte werden in zwei Schritten um 5,1 % erhöht und ein Weg zu weniger prekärer Beschäftigung wurde eröffnet. Voraus gegangen war der Durchbruch zu einem Tarifabschluss im baden-württembergischen Einzelhandel.
  
"Die Beschäftigten im bayerischen sowie im gesamten deutschen Handel haben mit ihrem mutigen und tollen Kampf für existenzsichernde Tarifverträge, gegen die Angriffe der Handelskonzerne diesen Tariferfolg erkämpft", so Hubert Thiermeyer, ver.di Verhandlungsführer in Bayern. 
  
Das Tarifergebnis sieht vor, dass der von den Arbeitgebern gekündigte Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird. Für die Beschäftigten wurden Lohn- und Gehaltserhöhungen in zwei Schritten vereinbart:
ab 1.8.2013 um 3 % und ab 1.5.2014 um weitere 2,1 %. Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional angehoben. Der Vertrag gilt rückwirkend zum 1. Mai 2013 und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. 
  
Neu ist eine Regelung zur Rückführung der über Werkverträge ausgegliederten Auffüllkräfte. Das Tarifergebnis sieht vor, für wiedereingegliederte Beschäftigte eine Entgeltgruppe knapp unter zehn Euro pro Stunde zu schaffen. Zurzeit erhalten diese Beschäftigten per Werkvertrag zwischen sechs und sieben Euro die Stunde. Diese Regelung ist nach Auffassung von ver.di ein klares Signal gegen Werkverträge und prekäre Beschäftigung im Einzelhandel. Damit können die Arbeitsbedingungen für die ausgegliederten Beschäftigten deutlich verbessert werden.